Sonnen- und Regenschutz fürs Boot

Wenn die Sonne nicht vom Himmel brennt, ziehen meist schwere Wolken über die Bucht und bringen Unmengen von Regen in Bocas del Toro, Panama am Ankerplatz von Paulinchen auf Weltreise
Wenn die Sonne nicht vom Himmel brennt, ziehen meist schwere Wolken über die Bucht und bringen Unmengen von Regen

Unter karibischer Sonne kann man in den Sommermonaten leicht unterscheiden, wer nur zu besuch ist und wer hier lebt. Urlauber neigen zu freiem Oberkörper, bzw. knappen Bikinis, während der Wetterbericht jeden Morgen mit der Meldung „UV-Index Very High“ endet und Sunblocker zur Bodylotion wird. – Wer länger als einige Wochen in Panama ist, wechselt schnell zu luftigen Hemden mit längeren Ärmeln und leichten Hosen.

Auch Paulinchen braucht hier Schutz vor der Sonne. Außerdem vor dem Regen. Denn wenn es in den Tropen regnet, ist es, als ob alle Schleusen des Himmels auf einmal geöffnet werden.

Besonders auf einem Schiff, das für kalte Reviere in Schweden gebaut wurde, ist es wichtig, auch dann die Luken offen haben zu können und etwas Wind in die Kajüte zu leiten.

Mit Blick auf eine unabhängige Versorgung an Bord abseits von Marinas und Wasser vom Steg habe ich daher überlegt eine große Persenning für das Vorschiff zu bauen. So bin ich bei offenem Vorluk vor dem Regen geschützt und kann gleichzeitig das Wasser und über einen einfachen Vorfilter im Tank sammeln.

Außerdem lagern auf einem kleinen Boot wie Paulinchen immer einige Dinge an Deck und sind dort dem Wetter ausgeliefert. Hier besteht die Persenning aus zwei Teilen, die ich auch an anderen Stellen gut einsetzen kann. Es ist stets besser einige kleine Elemente flexibel anbringen zu können, als wenige zu große Planen die ihren festen Platz haben und sonst nirgends passen.

Beispielsweise, weil ein Traveller im Cockpit einem festen Bimini stets im Weg ist. Und ich unterwegs so immer einen Schatten passend zur Segelstellung und zum Sonnenstand bauen muss. Kein Problem auf Downwindetappen, wenn der Parasailor allein genügend Vortrieb schafft. Wohl aber am Wind, wenn die dichtgeholte Schot mitten im Cockpit ist. Auf dem Weg von Honduras nach Panama hatte ich ein kleines Stück benutzen, das aus einem alten Segel zurechtgeschnitten war, oder meinen „Halbschatten“ aus Florida benutzt. Nur neun Breitengrade vom Äquator reicht der aber in den Mittagsstunden längst nicht mehr aus.

Ein Schnittplan für die Persenninge hilft dabei, Maße zu Bestimmen und den Bau mit wenig Verschnitt hinzubekommen.

Ich habe dazu einen Plan von Paulinchen in einem Grafikprogramm so skaliert, dass ein Pixel genau einem Zentimeter entspricht und die einzelnen Elemente darauf gezeichnet.

Schnittmuster für Paulinchens neue Persenninge
Schnittmuster für Paulinchens neue Persenninge

Um den Schnittplan zu ermitteln musste ich dann die Elemente nur auf eine „1.000 x 154 pixel große Box verschieben. Die entspricht der zehn Meter langen Rolle Verdeckstoff. Darauf habe ich sie so zurechtrückt, dass möglichst wenig Verlust bleibt. Am Ende reicht die Rolle sogar noch, um später neue Polsterbezüge für das Cockpit zu nähen.

Überhaupt ist die Arbeit nicht allzu kompliziert, wenn man die Elemente so planen kann, dass man ohne Reißverschlüsse auskommt. Umnähen der Kanten und anbringen der Verstärkungen für die Ösen ist alles.

Der zweite Teil des Projekts, das Nähen, ging vor einigen Tagen gut los, bis nach der ersten Abdeckung für Mittschiffs meine Nähmaschine aufgegeben hat. Jetzt heißt es abwägen, was günstiger wird: Eine neue Nähmaschine in Panama zu finden oder die Elemente nähen zu lassen… Ich bin auf der Suche.


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