Kategorie: Törnblog

  • Schleichweg in die Nordsee

    An Schlaf war kaum zu denken. Entlang der offiziellen Dampferrouten im Kattegatt reihten sich, wie an einer weihnachtlichen Lichterkette, die Positionslaternen der Frachtschiffe auf, zwischen ihnen zogen weiß-grüne Topplichter ihre Schleppnetze durch die aufgewühlte Ostsee. Letztere haben Vorfahrt, die anderen entscheidend mehr Masse. Kommt Ruhe auf, unterbricht die Küstenfunkstelle Lynby Radio mit der immer wiederkehrenden…

  • Der Gleichmut des Fahrtensegelns

    Hier sitzen sie wie in einer Bahnhofshalle auf gepackten Koffern: Deutsche, Niederländer, Engländer. Alle warten auf den Anschluss für den weiteren Weg in die Heimat. Sie warten nicht auf ein Schiff, sondern auf den richtigen Wind für ihr Schiff. Nord, Süd, Ost. Nur nicht der Südwest, der seit Tagen zwischen fünf und acht Beaufort weht.…

  • Gute Nacht

    Auf Ruhnu gab es noch Pfannkuchen zum Frühstück. Im strahlenden Sonnenschein, bei 25 Grad im Cockpit. Der ganze Hafen schien etwas unter Katerstimmung zu leiden: Überall gedämpfte Stimmen, träge Hände, die Leinen loswerfen. Am Abend vorher wurde auf Ruhnu gefeiert. Bis zwei Uhr hämmerte die Musikanlage ihre Bässe weit in den Meerbusen hinaus. Gejole, Tanzen…

  • Helsinki bleibt irgendwo im Osten

    Finnland hört für mich in Hanko auf. Walter, der eigentlich in Helsinki für zwei Wochen zusteigen wollte, nimmt von dort aus einen Zug und wir treffen uns bereits rund 80 Seemeilen vor der finnischen Hauptstadt, um von hier aus ins südöstlich liegende Tallinn zu reisen. Überhaupt ist mein Zeitplan ziemlich durcheinander. Fast anderthalb Monate Verzug…

  • Warten auf die Seele

    Buchtenbummeln war nie mein seglerisches Ziel. Eher straff ein Ziel ansteuern, und dort dann länger verweilen, um den Ort zu erkunden. Man sieht weniger, nimmt aber mehr mit. Doch für diese Art des Reisens hat sich bisher nicht der Rhythmus eingestellt. Auf dem Weg von Mariehamn nach Osten beispielsweise stand straffes Buchtenbummeln auf dem Programm.…

  • Wer hat an der Uhr…

    Eine gewisse Törnvorbereitung hilft ja bekanntlich, sein Ziel sicher und ohne Stress zu erreichen. Insbesondere landestypische Gebräuche und kulturspezifische Eigenarten schon vor der Einreise zu kennen hilft dabei das eine oder andere Fettnäpfchen zu vermeiden. In Finnland fiel mir beispielsweise bereits am ersten Tag auf, dass bereits um 20 Uhr die Flaggen von den Hecks…

  • Budgetprobleme

    Ich gebe zu, dass ich eine gewisse Ernährungsumstellung schon früh in die Planungen für das Leben an Bord eingeschlossen hatte. Der schnelle Gang in den Supermarkt, das Fertiggericht in der Mittagspause sind nicht nur zu teuer, sondern auch an Bord kaum zu realisieren. Stattdessen steht viel Frisches auf dem Programm. Fisch, gebraten, als Suppe, mit…

  • 1/2 Rund Darß

    Neben Stadthäfen, Marinas und Vereinsstegen gibt es hier und da auch einige ganz besondere Ort zum Anlegen: Nothäfen. Zwar kann man zur Not auch alle anderen Häfen als einen Nothafen anlaufen, aber einen handfesten Nothafen in seinen Törnplan aufzunehmen, beziehungsweise aufnehmen zu müssen, ist irgendwie etwas aufregendes. Im Logbuch steht dann: „16:45 Nothafen angelaufen –…

  • Endlich Ostsee

    Weiter kann ein Blick nicht reichen. Bis zum Horizont breitet sich die leicht wellige Ostsee aus. Keine Ufer, keine Häfen und auch andere Boote tauchen allenfalls als weiße Punkte in der Ferne auf, ziehen vorüber und lassen mich inmitten tiefen Blaus zurück. Ich bin wieder auf See. Der elektrische Autopilot rattert hin und wieder, wenn…

  • Jungfernfahrt mit Hindernissen

    So hatte ich mir die ersten Tage auf See sicher nicht vorgestellt: Auf dem Kocher beginnt gerade das Kaffeewasser zu kochen, die Frühstücksutensilien stehen aufgereiht neben der Kühlbox und das tiefe Brummen eines großen Motors weckt meine Aufmerksamkeit. Durch den Niedergang sehe ich gerade noch den Seenotrettungskreuzer Nis Randers Richtung Ostsee herausfahren, dann fällt mein…

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