-
You never have to go
Die dritte Woche in Falmouth ist angebrochen. In aller Ruhe auf den Atlantik zu starten bedeutet vor allem einen guten Start abzupassen. Unterwegs kann sich das Wetter unangenehm entwickeln, damit muss man dann leben. Aber gleich in schlechte Bedingungen starten muss ja auch nicht sein. Seit einer Woche piept daher das Kurzwellenradio jeden Morgen die…
-
Falmouth
Vor Ramsgate zeigt der englische Kanal kurz, dass er es bisher gut mit mir meint und auch ganz anders könnte. Anderthalb Meter See rollt quer zur Hafenausfahrt. Paulinchen rollt mit 30 Grad nach Backbord, dreißig Grad nach Steuerbord. Von Seite zu Seite in weniger als zehn Sekunden. Schon bei der ersten Tonne der Hafenansteuerung füllt…
-
Querab Isle of Wight
Gutes Vorankommen ist was anderes. Heute Nacht mit 8-10 Knoten noch
-
Ramsgate
Kurz nach Sonnenaufgang erreichen wir den Hafen Ramsgate. Die Klippen der Kreidefelsen leuchten, darüber strahlende bunte Häuser. Irgendwie majestätisch. Es würde nicht wundern, wenn hinter den historischen Wellenbrechern die Schiffe der englischen Krone die letzten Vorbereitungen zum Auslaufen gegen Frankreich treffen würden. Im Geiste gehe ich das Bücherregal an Bord durch und ärgere mich, keinen…
-
Nordsee
Der Abschied in Cuxhaven – na ja, ich gebe zu, mein Fehler – war etwas unkoordiniert. Tidenkalender lesen gehört eben nicht zu den alltäglichen Beschäftigungen eines Seglers, der eigentlich im Mare Baltikum zuhause ist und sich jetzt aufmacht, die Welt zu erkunden. Da ist vertauschen der Spalten Hoch- und Niedrigwasser fast so, wie irgend ein…
-
Abschied aus Deutschland
Grauer Himmel liegt über Cuxhaven, hin und wieder ein Streifen Sonne, der helle Flecken auf Schotts und Polster malt, am Horizont geht die Nordsee fast konturlos in den Himmel über. Der letzte Tag in Deutschland passt zur Stimmung – wechselhaftes Aprilwetter. Freude auf das Abenteuer, Wehmut, vieles zurückzulassen. Schon wieder. Der Aufenthalt in Hamburg war…
-
Klabautermann
Viel passiert derzeit nicht an der Elbe. Schiffe kommen, Schiffe gehen. Seit anderthalb – nein, es sind ja doch schon wieder über zwei Wochen – liege ich in Cuxhaven. Und bis Ostern die meiste Zeit davon auch noch an Land. Geplant war das nicht, aber irgend ein Klabautermann scheint mich derzeit auf dem Kieker zu…
-
Winterschlaf
Mit Tamtam von Freunden und Kollegen läuft Paulinchen nach fünf Monaten wieder aus dem Hamburger Hafen aus. Durch die ungünstigen Tidenzeiten und wenig Motivation, bei den aktuellen Temperaturen unnötig lange Schläge zu unternehmen, sind die Etappen auf der Elbe eher kurzer Natur. Von Hamburg nach Stade geht es gegen fünf Bft. gegenan. Der Ebbstrom schiebt,…
-
Pioniere
Was mich von jeher am meisten am Amerikanischen Norden faszinierte, war die Geschichte der Besiedelung. Nicht die Geschichte der großen Auswandererströme, die voller Hoffnung in ein neues Leben starteten und rücksichtslos Land von den Ureinwohnern in Besitz nahmen. Vielmehr sind es die kleinen Vorstöße der Pioniere gewesen. Die Berichte von Männern, und manchen Frauen, die…
-
Bunkerzeit
Einpacken. Fertigmachen. Lossegeln. Da verbringt man Monate an einem Fleck und dann fallen kurz vor der Abfahrt noch tausend Dinge ein, die man noch erledigen wollte. Und wenn sie mir nicht eingefallen wären? Dann müsste ich sie unterwegs lösen. Und mit leerer To-Do-Liste abzulegen ist sicher eine Traumvorstellung, aber wohl noch niemandem gelungen. Das Weiß…